Engineering Systems

Wie wir entwickeln

Eine Anlage dieser Komplexität entsteht nicht aus Einzelzeichnungen. Wir haben dafür eigene Engineering-Werkzeuge und Abläufe entwickelt, die Anforderungen, Konstruktion und Fertigung in einem geschlossenen Kreislauf verbinden.

  1. 01Trace-KitRequirements und Rückverfolgbarkeit über drei Ebenen – mit Belegen, Drift-Erkennung und Rückkopplung.
  2. 02CAD & Geometry NodesEigenes parametrisches CAD-System, in dem jede Operation ein Node ist.
  3. 03PMIMaße, Toleranzen, Bezüge und Oberflächen als semantische Information am 3D-Modell.
  4. 04STEP AP 242 / AP 238Normkonforme Daten bis zur Fertigung – .step und .stepnc.
Benutzeroberfläche unseres CAD-Systems: Flansch mit PMI-Annotationen, Normprüfung und Geometry Nodes
Referenz-Mockup unserer CAD-Oberfläche: Modell, PMI, Normprüfung und Geometry Nodes in einer Ansicht.

Requirements Engineering

3-Layer Closed-Loop Engineering

Anforderungen, Komponenten, Dokumente und Randbedingungen bilden einen gemeinsamen Graphen. Jede Entscheidung hat einen Ursprung, einen Beleg und einen Zeitpunkt.

  1. Layer 1

    System

    Gesamtziele, Randbedingungen und Systemanforderungen der Anlage – z. B. Produktmenge, Standort, Genehmigung. Hier wird geplant, beauftragt und freigegeben.

  2. Layer 2

    Gesamtanlage

    Schnittstellen und Bilanzen zwischen den Baugruppen: Wärme, Stoffströme, Drücke, Temperaturen. Hier wird sichergestellt, dass die Teile zusammenpassen.

  3. Layer 3

    Baugruppen

    Die Detailentwicklung der einzelnen Komponenten – Linsenfeld, Optik, Wärmespeicher, DAC, Elektrolyseur, Synthese – parallel und mit eigenen internen Runden.

Der geschlossene Kreislauf

  1. 01Planen

    Eine Planungsrunde verteilt Aufträge an die Baugruppen.

  2. 02Entwickeln

    Die Baugruppen arbeiten parallel und schlagen Ergebnisse vor.

  3. 03Freigeben

    Die nächste Planung prüft und gibt frei – mit Beleg für jeden Knoten.

  4. 04Rückkopplung

    Ändert sich eine Datei oder Anforderung, wird alles Abhängige über alle Ebenen als „verdächtig“ markiert, bis es bestätigt oder überarbeitet ist.

Trace-Kit

Jede Entscheidung mit Ursprung und Beleg

Das Trace-Kit ist unser eigenes Werkzeug für Requirements-Management und Traceability. Es setzt den 3-Layer Closed-Loop-Ansatz technisch um: als Kommandozeilenwerkzeug, mit automatischen Prüfungen und einem Viewer, der das Projekt als Zeitachse zeigt.

Buchungsprinzip

Wie in der Buchhaltung hat jeder Knoten einen Beleg – Datei, Entscheidung, Quelle oder Ableitung. Was nicht belegt ist, wird ausdrücklich als Annahme geführt.

Drift-Erkennung

Ändert sich eine gebuchte Datei, etwa ein CAD-Modell, meldet das System die Abweichung mit Knoten, Datei und Zeitpunkt.

Verdächtige Verknüpfungen

Was von einem geänderten Knoten abhängt, wird über alle Ebenen als „verdächtig“ markiert – bis der Verantwortliche bestätigt oder überarbeitet.

Unveränderliche Historie

Freigegebene Stände werden nie überschrieben, sondern durch neue Versionen abgelöst. Ein hash-verkettetes Journal hält jeden Schritt fest.

Hauptansicht des Trace-Kit-Viewers mit Baugruppen als Spalten und Runden als Zeilen
Hauptansicht: Baugruppen als Spalten, Entscheidungsrunden als Zeilen, Abhängigkeiten als Kanten (Testszenario).
Unteransicht der Baugruppe Wärmespeicher mit Anforderungen, Komponenten und Dokumenten über interne Runden
Gekapselte Unteransicht einer Baugruppe: interne Runden, Eingänge aus der Hauptebene, Vorschläge zur Freigabe.
Detailansicht eines verdächtigen Knotens mit Drift und vorgeschlagenen Befehlen
Detail eines Knotens: Verdacht, Drift an der CAD-Datei, Belege und die nächsten Schritte.

CAD & Geometry Nodes

Ein eigenes CAD-System – jede Operation ist ein Node

Für die Konstruktion unserer Baugruppen entwickeln wir mit SolidCraft ein eigenes parametrisches CAD-System. Jede Operation der Timeline – Skizze, Rotation, Bohrung, Muster, Baugruppen-Transfer – ist zugleich ein Node im Geometry-Nodes-Graphen. So bleibt jede Geometrie nachvollziehbar, parametrierbar und automatisierbar.

  • Parametrische Modelle: Maße als benannte Parameter, Änderungen laufen durch das ganze Modell
  • Geometry Nodes: Timeline und Graph sind zwei Sichten auf dasselbe Modell, Swimlanes je Körper
  • Bestimmtheitsprüfung: Freiheitsgrade von Skizzen und Baugruppen werden laufend ausgewertet
  • Skriptbar und prüfbar: Modelle lassen sich per Befehl aufbauen und automatisch testen
SolidCraft mit Flanschverbindung, Halbschnitt und PMI-Annotationen
SolidCraft (Entwicklungsstand): Flanschverbindung im Halbschnitt mit PMI.
Geometry-Nodes-Graph der Flanschverbindung mit Parametern, Skizze, Rotation, Bohrungsmuster und Baugruppe
Geometry Nodes der Flanschverbindung: Parameter, Skizze, Rotation, Schraubloch, Kreismuster, Spiegelung und Baugruppen-Transfer.

Product and Manufacturing Information

PMI: Fertigungsinformation direkt am 3D-Modell

Statt einer separaten 2D-Zeichnung tragen unsere Modelle alle Fertigungsinformationen selbst – semantisch, also maschinenlesbar, und nicht nur als Grafik. Jede Annotation ist ein eigener Node, an Flächen und Kanten des Modells gebunden und wird beim Export nach AP 242 mitgeschrieben.

Flansch im Halbschnitt mit Durchmessern, Form- und Lagetoleranzen, Bezügen A und B und Rauheitsangabe
PMI in der Ebene: Halbschnitt mit Maßen, Toleranzen und Bezügen.
Maße und Toleranzen

Durchmesser, Längen, Passungen (z. B. H13) und Grenzmaße – direkt aus der Geometrie abgeleitet, mit Allgemeintoleranzen nach ISO 2768.

Form- und Lagetoleranzen

Ebenheit, Rechtwinkligkeit, Parallelität, Rundlauf und Position nach ISO 1101 – inklusive Toleranzzone und Material-Modifikatoren.

Bezüge und Bezugssysteme

Bezüge A und B nach ISO 5459. Das System prüft, wie viele Freiheitsgrade ein Bezugssystem bindet.

Oberflächen und Muster

Rauheitsangaben wie Ra 6,3, theoretisch genaue Maße für Lochkreise und Teilungen sowie Notizen zum Tolerierungsgrundsatz (ISO 8015).

Flansch in 3D-Ansicht mit zum Betrachter ausgerichteten PMI-Annotationen
PMI zum Betrachter: Annotationen bleiben bei jeder Drehung lesbar.
PMI-Nodes: Bezüge, Position, Maße, Ebenheit, Rechtwinkligkeit, Parallelität, Rundlauf und Oberflächenangabe
PMI als Nodes: Jede Annotation kennt ihr Element, ihre Toleranz, ihre Bezüge und ihre AP-242-Entität.

Automatische Normprüfung

Ein Regelwerk liest das Modell und meldet Lücken, bevor gefertigt wird: unterbestimmte Skizzen, fehlende Bezüge, unvollständige Bezugssysteme oder Lageangaben ohne theoretisch genaue Maße. Ein Klick führt direkt zum betroffenen Node.

Prüfpanel mit Hinweisen zu Bestimmtheit, ISO 1101 und ISO 5459

Fertigungsdaten

Durchgängig bis zur Maschine: AP 242 und AP 238 (STEP-NC)

Wir erzeugen Konstruktions- und Fertigungsdaten in offenen, genormten Formaten der ISO 10303 (STEP). Damit bleibt die Information von der Anforderung bis zur Werkzeugmaschine verlustfrei und nachvollziehbar.

AP 242 – Modellbasierte 3D-Konstruktion

Geometrie mit Produkt- und Fertigungsinformationen (PMI) wie Toleranzen und Passungen im neutralen Format – unabhängig vom CAD-System, archivierbar und austauschbar mit Partnern.

AP 238 – STEP-NC (.stepnc)

Statt maschinenspezifischem G-Code beschreibt die .stepnc-Datei, was gefertigt werden soll: Features, Bearbeitungsschritte, Werkzeuge und Toleranzen – verknüpft mit der Geometrie aus AP 242.

Eine Kette, ein Ursprung

Jede Fertigungsdatei ist im Engineering-Graphen gebucht und auf ihre Anforderungen zurückführbar. Ändert sich die Konstruktion, wird die betroffene Fertigungsdatei automatisch sichtbar.

Export nach AP 242

Semantische PMI (Part 47) und Präsentation (Part 46) werden gemeinsam mit der Geometrie geschrieben und gegen die Empfehlungen des CAx-IF geprüft.

Ausschnitt einer AP-242-Datei mit Datums, Shape Aspects und Toleranzen

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